Wiens Antwort auf Probleme im öffentlichen Raum heißt SAM: Das innovatives
Konzept mobiler sozialer Arbeit startet am 9 April 2008 im Bereich Praterstern.
Rathauskorrespondenz vom 9. April 2008
Erfolgsprojekt SAM wird ausgebaut Ab sofort sind neun SAM MitarbeiterInnen am Praterstern und Umgebung im Einsatz.
Der Praterstern wird täglich von 70.000 Menschen frequentiert. Er ist ein vielseitig genutzter Treffpunkt und bietet eine breite Infrastruktur für die verschiedenen Bedürfnisse der WienerInnen. Aber: Auf allen großen öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen und Verkehrsknotenpunkten halten sich Menschen mit unterschiedlichsten Problemlagen auf – und es kann zu Konflikten kommen. In Wien gibt es ein dichtes Netzwerk an Einrichtungen, die sich um die Probleme von Alkoholkranken oder Wohnungslosen kümmern. Bisher gab es aber im öffentlichen Raum kaum direkte Hilfsangebote für AnrainerInnen, Geschäftsleute und PassantInnen. SAM schließt diese Lücke und steht für 'Sozial, Sicher, Aktiv, Mobil'. "Mir ist es sehr wichtig, dass sich alle WienerInnen in unserer Stadt sicher fühlen und wissen, dass sie bei Problemen auch im öffentlichen Raum ein offenes Ohr finden und ihnen geholfen wird", so Gesundheits- und Sozialstadträtin Maga Sonja Wehsely. Weiter: "Ziel von SAM 2 sind die Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls und ein sozial verträgliches Nebeneinander für alle Menschen, die den Praterstern aufsuchen. SAM unterstützt BewohnerInnen, Geschäftsleute, KundInnen und PassantInnen und bietet professionelle Hilfe für desintegrierte Menschen."
SAM MitarbeiterInnen sind durch ihre knallrote Dienstkleidung eindeutig erkennbar. "Schon durch ihre Präsenz bieten sie Unterstützung. Die SAM MitarbeiterInnen bereinigen Konflikte, geben Informationen und führen Erstberatungen durch. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Vermittlung und Begleitung zu sozialen Einrichtungen in der Stadt", erläutert der Wiener Drogenkoordinator Michael Dressel. "SAM hat sich schon am Julius-Tandler-Platz als sehr erfolgreich erwiesen. Die Beschwerden sind fast auf Null zurück gegangen. Und die BewohnerInnen des neunten Bezirks haben die kompetenten AnsprechpartnerInnen von SAM 9 sehr gut angenommen", so Wehsely.
Die SAM 2-MitarbeiterInnen kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen (Sozialarbeit, Soziologie, Sozialbegleitung, Sozialpädagogik, Sozial- und Lebensberatung). "Besonderes Augenmerk legen sie auf die Vermittlung von gesellschaftlichen Regeln und Gesetzen. Deren Einhaltung ermöglicht jeder Gesellschaft ein friedliches, tolerantes Nebeneinander", so Dressel. Bei SAM 2 besteht, wie auch schon am Julius-Tandler-Platz, eine sehr enge Kooperation mit der Polizei.
SAM 2: Erreichbarkeit und Einsatzgebiet
Das Einsatzgebiet von SAM 2 umfasst den Praterstern und Umgebung, sowie die U-Bahn-Anlage im öffentlichen Raum bis zu den Durchgangssperren und - auf Wunsch von ÖBB-MitarbeiterInnen in Krisenfällen - die Hallen der ÖBB.
Der Verein Wiener Sozialprojekte wird auf Grund seiner professionellen Erfahrungen im aufsuchenden Bereich auch bei SAM 2 als ausführender Trägerverein agieren. Das SAM 2-Team besteht aus neun Personen und ist an allen Tagen der Woche verfügbar. Die MitarbeiterInnen sind unter der mobilen Telefonnummer 0676/ 33 0 33 13 oder per E-Mail über sam2@vws.or.at erreichbar.
Wirtschaft unterstützt nach dem Julius-Tandler-Platz auch SAM 2
Auch bei SAM 2 haben VertreterInnen der Wirtschaft einen finanziellen Beitrag für das soziale Projekt zur Verfügung gestellt. BILLA und die ÖBB beteiligen sich im Jahr 2008 mit jeweils 50.000 Euro. Die Wiener Linien stellen SAM 2 einen Mitarbeiter, der bei HelpU wichtige Erfahrungen sammeln konnte, zur Verfügung. Der Anteil des zweiten Bezirks beläuft sich auf 50.000 Euro. "Für das Gesamtprojekt SAM 2 sind heuer 653.000 Euro budgetiert", so Dressel.
Bezirksvorsteher Gerhard Kubik: "Der neue Bahnhof am Praterstern bietet nun allen Gästen der öffentlichen Verkehrsmittel ein modernes und attraktives Ambiente. Um diesem neuen Erscheinungsbild Rechnung zu tragen, sind auch im Umfeld verschiedene Maßnahmen notwendig. Neben dem Umbau des Platzes nach der EM werden auch Schritte gesetzt, die zum besseren Erscheinungsbild beitragen. Ich bin daher sehr froh, dass die Stadt Wien das Projekt SAM ins Leben gerufen hat und somit auch jene NutzerInnengruppen betreut werden, die in der Vergangenheit immer wieder Anlass zur Sorge gegeben haben".
"Wir beteiligen uns gerne am Projekt. Denn die SAM-MitarbeiterInnen helfen in zweifacher Hinsicht: Sie erhöhen das subjektive Sicherheitsgefühl unserer Fahrgäste, indem sie sich um in Not geratene Menschen kümmern, stehen aber auch unseren KundInnen für Fragen zur Verfügung. So wird allen Beteiligten geholfen", so ÖBB-Pressesprecher Mag. Herbert Ofner.
"Wenn ein gesellschaftliches Problem offensichtlich wird, sind innovative Partnerschaften zwischen Politik und Wirtschaft wichtig, um langfristig etwas bewirken zu können. Nachdem wir mit BILLA seit Jahren eine Filiale am Praterstern betreiben, ist uns die Situation vor Ort bekannt. Als uns das Projekt vorgestellt wurde, haben wir uns dazu entschlossen, einen Beitrag zu leisten, damit die Gegend sicherer und lebenswerter wird. Deshalb unterstützen wir das Projekt SAM 2 gerne mit finanziellen Mitteln. Zusätzlich haben wir vergangenes Jahr wie in allen unseren Filialen österreichweit am Praterstern an den Kassen ein spezielles Warnsystem implementiert. Diese Maßnahme gegen den Alkoholmissbrauch Minderjähriger unterstützt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Alterskontrolle.", betont Mag. Volker Hornsteiner, Vorstandssprecher der BILLA AG.
"SAM setzt ebenso wie das erfolgreiche Projekt 'HelpU' am Karlsplatz auf die Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls. Angst- und Unsicherheitsgefühlen lässt sich am wirkungsvollsten durch die Präsenz von engagierten und multiprofessionell ausgebildeten MitarbeiterInnen entgegentreten", so Dr. Michael Lichtenegger, Geschäftsführer der Wiener Linien.
"SAM flexibel" kommt
Das flexible SAM-Team wird ab dem Sommer 2008 in Wien Mitte - Landstraße, im Stadtpark und beim Westbahnhof und Umgebung seine Leistungen anbieten.