Die Erfahrungen mit den KlientInnen von ganslwirt und streetwork zeigen, dass KlientInnen mit einer massiven Drogenproblematik oft jahrelang obdachlos sind oder in prekären Wohnverhältnissen leben. Eine Stabilisierung des Konsums über z.B. Therapie, Substitutionsbehandlung und/oder allgemeine Reifungsprozesse bedeutet jedoch noch nicht, dass sich auch die Wohnsituation verbessert. In vielen Fällen wurden „Wohnen“ nie gelernt bzw. während der Jahre in der Drogenszene verlernt. Zusätzlich erschweren es finanzielle oder psychosoziale Probleme, eigenständig eine Wohnung zu halten.
GRUNDIDEE
Eine Wohnung zu haben und sie auch selbständig halten zu können, ist eine Grundvoraussetzung für die soziale Reintegration. “Wohnen“ muss jedoch im Fall unserer Zielgruppe erst erlernt werden.
Ein längerfristig zur Verfügung gestellter Wohnraum gibt Sicherheit; KlientInnen können eine Privatsphäre aufbauen und – nach einer meist langjährigen Drogenkarriere – “zur Ruhe kommen“. Ein eigener Wohnraum ist auch die Voraussetzung dafür, dass im Zuge einer ambulanten psychosozialen Begleitbetreuung „Life Skills“ sowie eine geordnete Lebensgestaltung entwickelt, stabilisiert und ausgebaut werden können.
Dies ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass auch das abschließende Ziel der Wohnbetreuung erreicht werden kann: Die Vermittlung einer eigenen (z.B. Gemeinde-)Wohnung.
ZIELGRUPPE
Volljährige Personen, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind und
in kontrolliertem Maß Drogen konsumieren oder
sich in einem Substitutionsprogramm befinden oder
nach Entzug/Therapie abstinent sind.
Die Aufnahme von Paaren (auch mit Kindern) ist möglich.
ZIELE
Wohnen lernen
Stabilisierung der Lebenssituation
Gesellschaftliche Reintegration
Vermittlung einer eigenen (z.B. Gemeinde-)Wohnung
DAUER
Grundsätzlich dauert die Wohnbetreuung zwei Jahre; Sie ist anfangs auf drei Monate (Probe) begrenzt und wird bei positivem Betreuungsverlauf jeweils um sechs Monate verlängert. Eine Nachbetreuung über einen begrenzten Zeitraum ist möglich.
BETREUUNGSKONZEPT
Individuelle sozialarbeiterische Beratung und Betreuung
Ganzheitlicher und lebensweltorientierter Ansatz
Suchtbegleitende Drogenarbeit
Förderung von Eigenständigkeit und individuellen Fähigkeiten